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Ist Übergewicht ansteckend?

Ernährung und Übergewicht BODY IP

Wie wirkt sich das Übergewicht von anderen Menschen, wie beispielsweise Freunden und Bekannten, auf die Figur des Einzelnen aus? Werden wir auch übergewichtig, wenn Freunde übergewichtig sind? Welche Rolle spielt unser soziales Umfeld, wenn es um unser Essverhalten und generell unsere Interessen und Ziele geht? Ob Übergewicht tatsächlich ansteckend ist, gehen wir hier auf den Grund.

Inhaltsverzeichnis

Das soziale Umfeld

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Deshalb suchen wir uns Freunde und Gruppen, mit denen wir uns wohl fühlen. Neben dem Freundeskreis kann das soziale Umfeld aber auch die Familie oder die Arbeitskollegen sein.

Bei nahezu jedem Menschen macht man jedoch eine interessante Beobachtung: Das soziale Umfeld, allem voran der nahe liegende Freundeskreis, besteht aus Menschen, die ähnliche Denkweisen, Überzeugungen, Verhaltensmuster und Gewohnheiten teilen. Auch das Essverhalten und die Figurtypen ähneln sich oft innerhalb eines sozialen Kreises. Natürlich ist das nicht immer so, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass übergewichtige Menschen viel Zeit mit anderen Übergewichtigen verbringen und schlanke Menschen mit anderen schlanken Personen.

BODY IP Übergewicht und Freunde

Das ist einfach erklärt: Menschen neigen dazu, sich mit anderen Menschen zu verbinden, die gleiche Interessen und Hobbies verfolgen wie man selbst. Somit suchen Übergewichtige, die leidenschaftlich gerne essen und sportlich weniger aktiv sind, Gleichgesindte, die das auch tun. Es ist auch beispielsweise sehr wahrscheinlich, dass jemand, der gerne reist, dazu neigt, soziale Kontakte aufzubauen, die ebenfalls Gefallen daran haben zu reisen.

Risiko für Übergewicht durch das soziale Umfeld

Wie oben bereits erwähnt, neigen wir Menschen dazu, Freunde bzw. soziale Kontakte aufzusuchen, die ähnliche Interessen und Vorlieben haben. Psychologische Wissenschaftler gingen der Untersuchung nach, ob das soziale Umfeld sogar aktiv dazu beiträgt, den Menschen zu verändern.

Dazu gab es 2007 eine Studie, die das Risiko für Übergewicht durch das soziale Umfeld analysierte. Bei der Studie wurden die Daten von über 12000 Personen über eine Zeit von 32 Jahren gesammelt und beobachtet, inwieweit der BMI und die Gesundheit der untersuchten Personen mit den BMIs aus dem jeweiligen sozialen Umfeld, d.h. von Freunden, Bekannten, der Familie oder Geschwister usw., korrelierte [1].

Die zentrale Frage der Studie war: Wie groß ist das Risiko übergewichtig zu werden, wenn eine andere Person (aus dem sozialen Umfeld) übergewichtig wird?

Hierzu hat man die Daten am Ende des Experiments grafisch aufgetragen:

Das Ergebnis war verblüffend. Während das Übergewicht eines Nachbarn oder eines Freundes anderen Geschlechts absolut keinen Einfluss auf die untersuchten Personen hatte (0%), übten der Partner mit 37% oder die Geschwister mit 40% einen relativ hohen Einfluss auf die Neigung zu Übergewicht aus. Ein übergewichtiger Freund des gleichen Geschlechts war zu 71 % für das Übergewicht der Probanden verantwortlich. Durch einen sehr guten, engen Freund stieg die Wahrscheinlichkeit sogar um bis zu 171%, dass der jeweilige Proband auch übergewichtig wurde [1].

In einer anderen Studie von 2010 fand man heraus, wie sich das Essverhalten von Probanden an jene Personen, mit der Zeit verbracht wird, anpasst. In der Studie sollten Probanden gemeinsam mit einer anderen Person einen Film schauen und dabei Süßigkeiten konsumieren. Die Person neben den Probanden, welche in das Experiment eingeweiht wurde, sollte nun unterschiedliche Mengen von den Süßigkeiten essen. Es wurde beobachtet, dass der Konsum von Süßigkeiten seitens der Probanden anstieg je mehr die andere Person konsumierte und abfiel je weniger sie konsumierte [2].

Übergewicht und die Macht des sozialen Umfelds

Wenn es um das Entstehen von Übergewicht bzw. generell um Veränderungen geht, spielt das soziale Umfeld eine entscheidende Rolle wie die Studien bewiesen. Viele Menschen übernehmen das Verhalten der Personen, die sich in ihrem unmittelbaren Umfeld befinden und passen sich an diese an.

Für manch einen mag es ein schwerer Schritt sein, doch manchmal muss man sich dazu aufraffen, das soziale Umfeld komplett zu wechseln und die ein oder andere Freundschaft zu streichen, um sich wirklich verändern zu können. Ein Ziel zu erreichen, ist nämlich in der Gruppe viel leichter, da man von der gegenseitigen Motivation und dem Antrieb von außen profitiert.

Diplompsychologe und Personal Trainer Simon Teichmann ist sich sicher, dass das Umfeld ein entscheidender Erfolgsfaktor ist: „Ich denke, wenn man erfolgreich werden will, egal in welcher Sache, sollte man sein persönliches Umfeld dementsprechend anpassen. Man sollte sich mit Menschen umgeben, die auch erfolgreich werden wollen und nach vorne preschen. So ist es auch für einen Übergewichtigen von Vorteil, wenn dieser Zeit mit Menschen verbringt, die auch auf dem Weg sind, ein gesünderes und fitteres Leben zu führen.“

Der Diplompsychologe und Personal Trainer ist auch davon überzeugt, dass gegenseitige Verantwortung übernommen werden sollte, wenn es um die Wahl des Freundeskreises oder des Partners geht. „Wenn die Freunde oder der Partner völlig gegen die eigenen Interessen und Ziele steuern, dann sollte der Kontakt beendet und das Umfeld gewechselt werden, so hart es sich anhört. Gegen den negativen Einfluss von Personen mit komplett gegensätzlichen Interessen kann man nämlich sehr schwer ankommen und es zieht einen herunter bzw. hindert einen daran, zu wachsen und erfolgreich in seiner Sache zu werden.“

Zum Thema Ernährung findest du in unserem Blog weitere hilfreiche Artikel: Blog Ernährung

Fazit

Übergewicht ist tatsächlich ansteckend, da das Essverhalten ansteckend ist, wie Studien belegen. Die Macht des sozialen Umfelds ist sehr groß. Sie kann einen hochziehen oder auch in unserem Vorhaben bremsen. Wir sollten deshalb unser Umfeld und unseren Freundeskreis bewusst gestalten und uns mit Menschen umgeben, die gleiche Interessen und Ziele haben, wie man selbst.

Das ausführliche Video dazu von Simon findest du hier

Quellen:

[1] https://www.researchgate.net
[2] https://asu.pure.elsevier.com